Monate: April 2020

Das Gesicht des Autors, liegend en einem Sandstrand, im Hintergrund blauer Himmel, davor eine gelbe Badekabine, rechts aufsteigend eine begrünte Düne

Der Mörder in mir!

Wie komme ich zum Bücherrezensieren? Eigentlich sind es ja hauptsächlich Krimis, über die ich schreibe, aber ab und an könnte durchaus auch mal ein anderes literarisches Genre dabei sein. Es gibt einfach zu viele gute Bücher, als dass ich nur Krimis lesen und rezensieren könnte. Aber um wenigstens mal einen Anfang zu machen, folgt hier ein Überblick über meine Krimileidenschaft.  Als Jugendlicher hatte ich mit Krimis noch nichts am Hut. Ich las Hesse (natürlich), Grass, Wilde, Frisch, Borchert, die Manns und dergleichen. Glücklicherweise stand ich im Fach Französisch zwischen einer Fünf und einer sechs (trotz Sprachbegabung). Das brachte den mir wohl gewogenen Französischlehrer auf die Idee, mir ein Referat zum Thema: Kriminalliteratur im Wandel der Zeit. Inhaltlich wurde dabei eine Linie gezogen zwischen Kriminalromanen aus der Zeit eines Sherlock Holmes bis hin zu Dieter Wellershoffs »Die Schattengrenze«, den die meisten Krimi-Liebhaber ungern in ihrem Lieblingsgenre eingeordnet sehen. Aber mein Interesse war geweckt, es sollte allerdings noch einmal ein paar Jahre dauern, bis ich wirklich fest anbiss.  Den ersten Suchtstoff lieferten mir die faszinierenden Romane des …

Axel Simon: Eisenblut

Eigentlich wollte ich keine Buchrezensionen mehr schreiben, denn in dem Moment, in dem ich weiß, dass ich über den jeweiigen Titel schreiben soll, wird es schwer, das Buch noch unbefangen zu lesen. Aber dann kam diese Anfrage von Rowohlt: »Das Deutsche Kaiserreich findet in der Spannungsliteratur nur selten Beachtung. Axel Simon wählt es als Setting für den Auftakt seiner neuen historischen Krimireihe.  Berlin 1888: Kleine Seitensprung-Schnüffeleien sind der Alltag seiner schlecht laufenden Detektei im miesen Berlin-Kreuzberg: Gabriel Landow, schwarzes Schaf seiner ostpreußischen Getreidejunker-Familie, fällt der Erfolg nicht gerade in den Schoß. Aber dann fällt ihm ein Observierter direkt vor die Füße.« Verlag und Autor ziehen in einem Presseinterview den Vergleich zu Babylon-Berlin, der überaus erfolgreichen filmischen Umsetzung von Volker Kutschers Gerhard-Rath-Krimis: »Davon, ein Babylon zu sein, ist das Berlin dieser Tage noch ein gutes Stück entfernt. Aber die Vertreibung aus dem Paradies hat längst stattgefunden. Die Pläne für Massenvernichtungswaffen liegen bereits in den Schubladen. Die Saat, die Jahrzehnte später im Ersten Weltkrieg aufgeht, wurde bereits in den Boden gesetzt. Aber vor allem und aus Landows Sicht: Das ist …