Monate: Januar 2018

Leuchttürme

Leuchttürme faszinieren seit jeher nicht nur den Seefahrer, sondern auch Menschen, die eigentlich keinerlei Verbindung zur Seefahrt haben. Leuchttürme sind nicht nur Licht- und Wegmarken für die Schifffahrt, der sie Gefahrenstellen, aber auch den richtigen Weg signalisieren, gleichzeitig sind sie immer auch schon Symbole, die für den Binnenländer Abenteuer, Fernweh und Seeluft bedeuten. Sturmumtost, weder ganz zum Land, noch zur See gehörend, auf wind- und wettergegerbten Felsen stehend, sind sie Licht im Dunkel, Wegweiser für die Umherirrenden, bedeuten die Sicherheit des Festlandes vielleicht sogar des Heimathafens, das Symbol des Ankommens, aber auch Fingerzeig in die Ferne, ins unbekannte, gefahrvolle, geheimnisumwitterte Leben auf dem Wasser bzw. in der weiten, fremden Welt.

Ein Meer bei Sonnenuntergang, das Wasser vorne ist fast schwarz, darüber wie brennend die Sonne, kleine dunkle Wolken

Böse Wasser

Hat Wasser eine Seele? Kann Wasser böse sein? Ich glaube ja. Vor Jahren machte ich Urlaub in der Bucht von Gökeva, in der südlichen Ägäis. Die Bucht gehört zur Türkei. Damals war sie nur Einheimischen bekannt, weshalb ich an diesem Tag auch der einzige Ausländer unter lauter Türken am Strand war. Vielleicht deshalb kam plötzlich eine Schar von jungen Leuten aufgeregt auf mich zu und bat mich um Hilfe. Ein junger Mann, der gar nicht richtig schwimmen konnte, war von einer Querströmung abgetrieben worden. Das einzige Hilfsmittel, das mir spontan einfiel, war ein Kletterseil, das ich fast immer im Rucksack bei mir trug. Ich rannte mit dem Seil in die angegebene Richtung. Bald sah ich den »in Seenot geratenen« jungen Mann auf einer Luftmatratze mir entgegen paddeln. Offensichtlich war ihm schon jemand zu Hilfe gekommen. Aber er sah erschöpft und ängstlich aus. Ich rief ihm zu, das Ufer anzusteuern, wo ich stand. Das war nicht ganz einfach. Es handelte sich um eine Felsküste, ich stand auf einer kleinen Klippe etwa einen Meter über dem Wasserspiegel. …