Alle Artikel in: Liebe

Viele verschiedenartige bunte Blumen

Pro Kunde maximal ein Körbchen …

Endlich – die Blumenläden sind wieder geöffnet. Gestern am ersten Tag nach dem Lockdown nachmittags eine lange Schlange vor dem Laden am Bahnhof Altona, wo ich meist die Blumen für meine Katze kaufe. Heute Morgen, ich komme aus der Nachtbereitschaft, bin ich der einzige Kunde. Am Eingang stehen Einkaufskörbe, darüber ein Schild: Pro Kunde maximal ein Körbchen. Ist der Andrang so groß? Hamstern die Menschen jetzt Blumen statt Toilettenpapier? Werden Blumen jetzt rationiert? So richtig verstehe ich den Hinweis nicht. Ich kaufe zwei kleine Sträuße, die zu Hause in der Vase zu einem zusammengestellt werden. Nachdem ich – immer noch einziger Kunde – bezahlt habe, ermahnt mich die Verkäuferin, doch bitte demnächst einen Korb für den Einkauf zu nehmen. Ich muss wohl etwas verdutzt geguckt haben. Mir dämmert es zwar langsam … Sie setzt aber rasch nach. »Jeder Kund muss einen Korb nehmen!« Aber das steht nicht da draußen. Der Sprachaufklärer in mir insistiert: »Da draußen auf dem Schild steht: Pro Kunde maximal ein Körbchen. Da steht nicht: Zutritt nur mit einem Korb. Oder: Jeder …

Großes Gebäude aus rotem Backstein, mit bunten Verzierungen, gestaltet nach Vorlagen von Friedensreich Hundertwasser

One night in Bangkok

One night in Bangkok, äh … Uelzen. Was mache ich nachts um 3 Uhr in Uelzen? Hätte mir jemand vor drei Tagen erzählt, dass ich das nächtliche Uelzen erkunden werde, den hätte ich ausgelacht. Aber es ist so. Die häufigen Zugfahrten nach Hamburg und zurück gehen ins Geld. Deshalb gucke ich immer, dass ich Zugtickets zum Sparpreis bekomme. Mit BahnCard 25 kostet dann so eine Fahrt von Bitburg nach Hamburg nur 23.90 Euro. Und für Hamburg ist im Preis sogar noch ein Cityticket drin. Nur, ich glaub die Bahn hat das gemerkt und spielt nicht mehr mit. Ab sofort will sie an mir verdienen. Denn die bietet plötzlich kaum noch Sparpreistickets auf dieser Strecke an. Aber wer lange genug sucht und warten kann, findet auch immer mal wieder eine dieser günstigen Fahrkarten. So auch ich. Abfahrt ab Bitburg abends gegen halbsieben. Ankunft morgens in Hamburg so gegen sechs. Da hätte ich schon stutzig werden müssen. Da aber die Billigtickets nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung stehen, buche ich sofort. Erst als ich das Ticket samt …

Der Stern der Elbe

Der Stern an der Elbe (so der ursprüngliche Titel)  – von Diana Seidel) Ein ganz und gar erstaunliches Buch. Es fängt an wie ein altmodisches Mädchenbuch, entwickelt sich aber schnell zu einem weiblichen Entwicklungsroman. Das Buch ist flott, frisch und immer mit Schalk in den Augen geschrieben. Die Geschichte bleibt stets fesselnd und amüsant. Hauptperson ist die freche, selbstbewusste Jetta. Eine junge Frau, die genau weiß, was sie will und sich dies auch nimmt. Sie ist zweifelsohne egoistisch,  bleibt trotzdem oder gerade deswegen sympathisch. Eingebettet ist ihre Geschichte in das Schicksal der ganzen Familie Reckwisch. Jedes Familienmitglied ist sehr individuell gezeichnet, jeder ein ganz unterschiedlicher Charakter. Einige sind sympathisch, einige weniger. Aber auch sie entwickeln sich. Fritz, der hübsche Bruder, ist als Kind hinterhältig und berechnend, wird später, als Erwachsener, zumindest im Umgang mit seinem (ungewollten) Kind, menschlicher. Die Reckwischs sind alle sehr selbstbezogen bis auf die Mutter und die ältere Schwester. Die Zeit, die Geschichte spielt direkt nach dem ersten Weltkrieg bis in die Zwanzigerjahre, wird sehr lebendig geschildert. Als Leser sieht man das alles …

Maria mit dem Kind

Die Geschichte zum Bild. Es war mein erster und (mit einer Ausnahme) auch mein letzter Pauschalurlaub. Ich war gerade mal 19 Jahre alt. Mit einer Freundin verbrachte ich 14 Tag in Hammamet/Tunesien. Da wir beide es nicht aushielten, 14 Tage nur am Strand zu liegen, nahmen wir an etlichen Ausflügen teil. Einer dieser Ausflüge, den wir mit einem Bus unternahmen, führte uns in die Hafenstadt Sousse. Auf dem Weg dorthin machte der Bus Station an einem Beduinenhof. Die Familie hatte sich gegen Entgelt verdingt, sich in ihrer Armut von den Neckermann-Pauschaltouristen besuchen und ablichten zu lassen.