Monate: Dezember 2017

Bitburg, Land, Wolken, Ackerland, Wald, Heimat

Zu Hause?

Bitburg am Samstag, ein Tag vor Heiligabend. Es ist ruhig in der Stadt, noch ruhiger ist es draußen auf dem Weg nach Matzen. Es scheint, als würde die Welt einmal tief Luft holen. Ich werde automatisch langsamer, lasse die Hektik los. Plötzlich überkommt mich eine tiefe Traurigkeit. Ich gehe weiter. Als ich über den Ostring wieder stadteinwärts laufe, stehen ein RKW und ein Notarzt vor einem Haus. Die Notärztin eilt ins Haus. Das Leben – oder der Tod – scheint auch vor Weihnachten nicht innezuhalten. Ich laufe auf das Krankenhaus zu. Ich bekomme Lust, in die Krankenhauskapelle zu gehen. Ich frage an der Pforte, ob die Kapelle geöffnet ist. Die freundliche Frau lächelt und weist mir den Weg. Oben allerdings stelle ich fest, dass wohl gleich eine Messe stattfindet. Lieber möchte ich alleine sein. Deshalb kehre ich auf dem Absatz um. Ich kann ja mir ja Bitburgs größte Kirche anschauen, die katholische Liebfrauenkirche. In einem Bogen umrunde ich jetzt die Innenstadt, komme vor der Kirche wieder in die Fußgängerzone. Hier angekommen, habe ich allerdings vergessen, was …

Achtung, nur für Wanderer geeignet

Fehlt noch ein Weihnachtsgeschenk? Ich hab noch eins. Heute Morgen klingelt es Sturm. Mein Körper ist schon auf den Beinen, aber das Gehirn ist noch nicht wach. Der Briefträger drückt mir ein Päckchen in die Hand. Ich kann absolut nicht entziffern, wer der Absender ist. Könnte slowakisch sein russisch, ich krieg es nicht auf die Reihe. Am einfachsten: Ich pack es einfach aus. Und als ich das Buch sehe, fällt es mir wie Schuppfen von den Augen: Sven Nieder hatte mir gestern geschrieben, dass er mir das Buch »Wandervögel« von Maf Räderscheidt und Stephan Everling schicken wird. Und jetzt halte ich es schon in der Hand. Liebevolle Wanderer hineingemalt in stimmungsvolle Eifelfotografien, dazu hirnrissig abgedrehte Sprüche über das Wandern. Nachdem ich ausgiebig gelacht hatte, war mein Gehirn auch endlich auf Vordermann. Also: Am besten verschenken, oder ne, noch besser, für sich selber kaufen.

Maria mit dem Kind

Die Geschichte zum Bild. Es war mein erster und (mit einer Ausnahme) auch mein letzter Pauschalurlaub. Ich war gerade mal 19 Jahre alt. Mit einer Freundin verbrachte ich 14 Tag in Hammamet/Tunesien. Da wir beide es nicht aushielten, 14 Tage nur am Strand zu liegen, nahmen wir an etlichen Ausflügen teil. Einer dieser Ausflüge, den wir mit einem Bus unternahmen, führte uns in die Hafenstadt Sousse. Auf dem Weg dorthin machte der Bus Station an einem Beduinenhof. Die Familie hatte sich gegen Entgelt verdingt, sich in ihrer Armut von den Neckermann-Pauschaltouristen besuchen und ablichten zu lassen.