Autor: Hans-Joachim

Viele verschiedenartige bunte Blumen

Pro Kunde maximal ein Körbchen …

Endlich – die Blumenläden sind wieder geöffnet. Gestern am ersten Tag nach dem Lockdown nachmittags eine lange Schlange vor dem Laden am Bahnhof Altona, wo ich meist die Blumen für meine Katze kaufe. Heute Morgen, ich komme aus der Nachtbereitschaft, bin ich der einzige Kunde. Am Eingang stehen Einkaufskörbe, darüber ein Schild: Pro Kunde maximal ein Körbchen. Ist der Andrang so groß? Hamstern die Menschen jetzt Blumen statt Toilettenpapier? Werden Blumen jetzt rationiert? So richtig verstehe ich den Hinweis nicht. Ich kaufe zwei kleine Sträuße, die zu Hause in der Vase zu einem zusammengestellt werden. Nachdem ich – immer noch einziger Kunde – bezahlt habe, ermahnt mich die Verkäuferin, doch bitte demnächst einen Korb für den Einkauf zu nehmen. Ich muss wohl etwas verdutzt geguckt haben. Mir dämmert es zwar langsam … Sie setzt aber rasch nach. »Jeder Kund muss einen Korb nehmen!« Aber das steht nicht da draußen. Der Sprachaufklärer in mir insistiert: »Da draußen auf dem Schild steht: Pro Kunde maximal ein Körbchen. Da steht nicht: Zutritt nur mit einem Korb. Oder: Jeder …

Lichter eines großen Hauses in der Nacht, leicht verscchwommen

Aiutatemi!

Ein ganz normaler Feierabend nach einem ganz normalen Spätdienst. Es ist nach zehn Uhr abends, es ist dunkel. Auf meinem Weg zur Bushaltestelle komme ich wie immer am nahegelegenen Seniorenwohnheim vorbei. Plötzlich höre ich aus der Dunkelheit eine kleine klagende Stimme: Aiutatemi, aiutatemi! (Helfen Sie mir, helfen Sie mir!) Ich nähere mich dem hüfthohen Tor, hinter dem eine zierliche Frau steht, ihrem Hilferuf nach eine Italienerin – und leicht verwirrt. Ich gehe auf sie zu, sodass nur noch das Tor zwischen uns ist, und frage sie, wie ich ihr helfen kann. Ich solle ihr das (natürlich abgeschlossene) Tor öffnen, damit sie weg kann. Das sagt sie nun auf Deutsch. Sie trägt normale Kleidung, also mehr als ein Nachthemd, was dafür spricht, dass sie sich ihre »Flucht« soweit gut überlegt hat. Sehr undiplomatisch und entgegen meiner sonstigen Art entgegne ich ihr kurz und knapp, dass sie um diese Zeit bestimmt nicht »raus darf«. Woraufhin sie plötzlich gar nicht mehr verwirrt scheint, sondern mir entgegnet, dass ich aber sehr unfreundlich sei.

Nacht, ein Wartehäuschen an einer Bushaltestelle, erleuchtet mit fahlem Neonlicht, dahinter eine kleine Vlla im Backsteinstil mit runden Fensterbögen

Ein ganz normaler Feierabend …

… nach einem ganz normalen Spätdienst, ein Abend im November. Es ist schon dunkel, schließlich ist 22 Uhr vorbei. Die Beleuchtung an der Bushaltestelle gibt nicht viel her. In einigem Abstand sehe ich einen Rollstuhl mit einer eher schmächtigen alten Dame. Da direkt gegenüber ein Seniorenheim ist, vermute ich, dass sie von dort kommt. Aber wo will sie so spät noch hin? Ob sie aus dem Heim abgehauen ist? Man hört ja öfter solche Geschichten. Der Helfer in mir will helfen. Als der Bus sich nähert, gehe ich zu ihr hin, frage sie, ob ich behilflich sein kann. Mit etwas unsteten Augen blickt sie mich an – aber sie freut sich. Ich schiebe sie in den Bus. Während der Fahrt kann ich sie in Ruhe beobachten. Sie ist ein wenig ärmlich gekleidet, was für die Bewohner des Seniorenwohnheims eher untypisch ist. Dann fällt mir auf, dass sie die ganze Zeit mit ihren Händen fahrig nestelnde Bewegungen macht. Die Fahrt nach Altona ist kurz, ich helfe ihr auch beim Aussteigen. Wo sie denn hinwolle? Zu McDonalds …

Kahler gefrorener Ackerboden im Vordergrund, hinten vor dem blassblauen Winterhimmel ein Kirche

Über Joachims Bücher

»Bücher schaffen neue Welten. Bücher erheben den Geist. Bücher stopfen Löcher. Bücher betäuben. Irgendwo dazwischen … in diesem riesigen Berg von Büchern sitze ich und atme, esse, lese, schreibe, arbeite, liebe …« So schrieb ich vor ca. 7 Jahren. Leider habe ich nicht mehr die Zeit, dieses Buchblog zu pflegen. Deshalb habe ich alle Beiträge in mein allgemeines Blog (hajoschneider.blog) importiert und die eigenständige Seite Joachims Bücher gelöscht.